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Über TransCert

Ausgehend von einer Initiative der Generaldirektion Übersetzen der Europäischen Kommission zur Ausarbeitung eines Projekts für eine transeuropäische freiwillige Zertifizierung von Übersetzern unterbreitete ein von der Universität Wien geleitetes Konsortium im Februar 2012 einen Vorschlag für ein Projekt mit dem Titel TransCert. Damit reagierte das Konsortium auf einen Aufruf der Europäischen Union zur Einreichung von Vorschlägen im Rahmen des EU-Programms für lebenslanges Lernen. Das Projekt wurde zur Finanzierung angenommen und läuft ab dem 1. Januar 2013 für die Dauer von zwei Jahren. Während das EMT-Netz eine innovative und hochqualitative Übersetzerausbildung im tertiären Bereich bietet, bedarf es der Einführung einer Zertifizierung, mit der sichergestellt ist, dass das lebenslange Lernen ernst genommen wird sowie höchste Qualitätsstandards eingehalten und ein fachliches Niveau garantiert werden. Dies ist das wesentliche Anliegen des TransCert-Projekts, dessen Ziel ein transnationales Zertifizierungssystem auf der Grundlage bewährter Praktiken auf nationaler und institutioneller Ebene ist. Das innovative Zertifizierungsvorhaben von TransCert verbindet bewährte Praktiken bei der Sicherung der Qualität von Übersetzungen (z. B. EN 15038) und der branchenspezifischen Zertifizierung auf europäischer Ebene (z. B. ECQA) sowie internationale Standards auf dem Gebiet der Personenzertifizierung (z. B. ISO 17024 – Allgemeine Anforderungen an Stellen, die Personen zertifizieren).

Das Projektkonsortium und sein internationales Beratungsgremium bestehen aus namhaften Vertretern der drei wesentlichen Interessengruppen bzw. Säulen des Fachgebiets: Universitätsprogramme (EMT-Mitglieder wie die Universität Wien, die KU Leuven und das ISIT Paris), Übersetzungsunternehmen (z. B. Intertext und EUATC) sowie Einzelübersetzer vertretende Übersetzerverbände und weitere entsprechende Institutionen und Netzwerke (u. a. FIT, SFT, GALA, EULITA). Die Einbindung aller Interessengruppen in diesem Bereich gewährleistet die Qualität und Nachhaltigkeit der transnationalen freiwilligen Zertifizierung für Übersetzer, die auch Nichteuropäern und Nicht-EU-Ländern offensteht.

Da das TransCert-Projekt für die Laufzeit von zwei Jahren ausgelegt ist, können nicht alle Bedürfnisse und Anliegen eines derartig weitreichenden Zertifizierungssystems abgedeckt werden. Das Augenmerk gilt daher in den ersten beiden Jahren der Entwicklung eines ersten versuchsweisen Zertifizierungsprogramms, das auf den nachstehend beschriebenen Arbeitspaketen und Kriterien beruht.

Voraussetzung für die Zertifizierung ist eine anerkannte Qualifikation, vorzugsweise ein Übersetzerabschluss an einer Hochschuleinrichtung.
Nach der Beschreibung der Fähigkeiten, die ein Übersetzer vorweisen muss, sowie einer Analyse der realen Ausbildungserfordernisse durch den Vergleich bestehender Ausbildungsprogramme auf dem Gebiet des Übersetzens, der Anforderungen des Marktes und der spezifischen Fähigkeiten der in diesem Bereich tätigen Übersetzer (Arbeitspaket 4) entwirft das TransCert-Konsortium eine Ausbildungsstruktur und ein geeignetes modulares Ausbildungsprogramm für einen fünftägigen Kurs im Rahmen des Integrierten Lernens (Blended Learning), in dem jene Fähigkeiten weiter ausgebildet werden, die bei Übersetzern im Allgemeinen weniger ausgeprägt sein dürften (Arbeitspaket 5). Ein Lernportal wird eingerichtet und das Lehrmaterial in ein für Moodle geeignetes Format umgewandelt. Da das Projekt die Durchführbarkeit eines Zertifizierungsprogramms für Übersetzer nachweisen soll, wird das Material anfangs nur auf Deutsch, Französisch und Englisch zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund erscheint im Rahmen des Arbeitspakets 5 lediglich die englische Fassung des Ausbildungspakets im Portal. Um höchste Effektivität zu gewährleisten, soll erst die Endfassung ins Deutsche und Französische übersetzt werden. Das Arbeitspaket 6 befasst sich mit dem Probelauf des versuchsweisen TransCert-Ausbildungsprogramms und dem Einholen des Feedbacks von potenziellen Nutzern auf dem Markt, um das Programm weiter verbessern zu können. Der letzte Schritt (Arbeitspaket 7) umfasst die endgültige Fertigstellung des Ausbildungsprogramms. Im Rahmen dieses Arbeitspakets wird die Endfassung der Ausbildungsunterlagen aus dem Englischen ins Deutsche und Französische übersetzt und in das eLearning-Portal (Arbeitspaket 4) eingestellt. Sodann wird der Prüfungspool in das Prüfungssystem hochgeladen. Veranstaltungen zur Aus- und Weiterbildung der Ausbilder (Arbeitspaket 8) runden das TransCert-Projekt ab.
Die dargestellte Zwei-Jahres-Planung schließt eventuelle künftige TransCert-Folgeprojekte zu wichtigen Aspekten von Zertifizierungssystemen für Übersetzer nicht aus. Konkret sollten sich solche Folgeprojekte richten auf 1.) Interessenten ohne Abschluss, 2.) verschiedene Sachgebiete (für Fortgeschrittene) und 3.) seltene Sprachen, um ein Zertifizierungssystem anzubieten, das den Bedürfnissen der internationalen Übersetzergemeinschaft entspricht.

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